Aus der Amazon.de-Redaktion
Clint Eastwood entwickelt sich immer mehr zum Universalgenie, von Film zu Film übernimmt das Allroundtalent mehr Aufgaben vor und hinter der Kamera. Beim gefeierten und mit Oskars überhäuften Kinowerk
Million Dollar Baby spielt der 74-jährige den Boxtrainer Frankie Dunn, führt Regie (übrigens zum 25. Mal), zeichnet für die Produktion verantwortlich und profiliert sich auch gleich noch als talentierter Score-Schreiber. Für frühere Hollywood-Arbeiten wie
City Heat und
Bronco Billy hatte er ja schon gelegentlich Songs aus seiner Feder beigesteuert, seit
Die Brücken am Fluss übernimmt er jedoch immer häufiger gleich die Komposition des kompletten Soundtracks.
Ließ er sich dabei anfangs gern von Profi Lennie Niehaus unter die Arme greifen, so steht er bei Million Dollar Baby endgültig auf eigenen Füßen -- und macht dabei eine gute Figur.
Der Jazz- und Bluesfan, Freizeitpianist und Filmmusik-Quereinsteiger zeigt in dem Drama aus dem Boxermilieu, dass er der Aufgabe gewachsen ist. Er hat sich Streichersätze einfallen lassen, die einem Ennio Morricone zur Ehre gereichen würden ("It's Nice Viewing", "May Have To Lose It"), beweist in Miniaturen für eine Akustikgitarre sein Gespür für Klangdetails ("Boxing Montage") und unterstützt die Filmhandlung geschickt mit spannenden Sound-Szenarien ("Blue Bear"). Mag sein, dass einige Melodiemotive etwas simpel gestrickt sind und nicht jeder Track unabhängig von den laufenden Bildern vor dem Ohr des Hörers bestehen kann, für einen Filmkomponisten im zweiten Bildungsweg macht Clint Eastwood seine Sache aber erstaunlich gut. Für alle Fans des US-Amerikaners stellt das Album denn auch eine echte Bereicherung ihrer Kollektion dar. -- Harald Kepler